was so los war und ist … #3

herrlich … 360 Allrad PS auf der Landstraße im Chiemgau. 30 Grad und Kaiserwetter. Porsche 911 targa 4S. Schwarz/schwarz. Ein unglaubliches Auto. Es hat eine gute Stunde gedauert, bis ich wir uns aneinander gewöhnt hatten. Aber dann war es wie bei einem guten Saufkumpel. Man gibt alles und verzeiht viel. Ein herrlicher Sound. An einem kleinen Stellrad am Lenkrad stelle ich die Fahrstufe ein. Regular, Sport und Sport+. Sport + müsste eigentlich Supersport heißen. Regular, also normale Fahrstufe, ist schon toll. Sanft und leise im Stadtbetrieb und volle Power mit bewegenden Geräuschen beim spontanen Überholen. Porsche halt. Die Fahrstufe Sport ist schon so, wie der Name sagt: Sport. Deutlich niedrigere Gänge und auch lauter. Das hört sich auch schonmal aufdringlichen, was da an Sound rauskommt. Die Lenkung wird direkter und man muss schon aufpassen und die Hände am Lenkrad haben. Nix für den Stadtverkehr. Viel zu anstrengend. Und dann Sport+, also Supersport. Keine Servounterstützung fürs Lenkrad. Das Fahrwerk ist wie festgeschraubt. Erster Gang bis 50 km/h, zweiter bis 120 und dann unglaublicher Drang nach vorne. Musik aus. Volle Konzentration. Lenkrad ranfahren und Nackenhaare hoch. Die Karre verzeiht nichts. Im dritten Gang bis 160 bei 7000 Umdrehungen. Der Tacho geht bis 330. 50, 100, 150, 200 und so weiter …
Raus aus dem Dorf und mit 160 durch die Kurven. Was für ein Spaß. Ich freue mich auf jedes Schild, was eine S-Kurve anzeigt. Die 330er Reifen kleben bei den Außentemperaturen auf dem Asphalt. Nerven behalten und auf dem Gas bleiben. Beide Hände am Lenkrad.
Aber alles nur geliehen. Toller Wochenendspaß.
Wenn der Adrenalin Spiegel wieder runter ist, macht der gute alte SL280 an jedem Tag doch mehr Spaß. Der läuft und läuft und man kann entspannt ein schöne Zigarre  beim fahren rauchen.

was so los war und ist … #2

when you are hot … you are hot … hat Jerry Reed 1971 gesungen …

und es ist immer noch heiß … die Hitze diesen Sommer macht die Leute müde. Jeden Abend wird es früher ruhig.
Grund genug, die Stille zu genießen. Drüben ist wohl eine von den neuen Wohnungen bezogen. Es brennen zwei  neue Lichter in der Nachbarschaft. Vorhin sprachen wir über Weine. Was gibt es schöneres. Mein Keller liegt ja voll von Weinen, die ich wohl nie im Leben mehr trinken kann. Wie auch immer, mein Gesprächspartner weiß so einiges vom Wein. Er bevorzugt gereifte deutsche Weine. Mein Ding sind ja eher die frischen, mineralischen und gerne fruchtigen Weißweine aus Deutschland, die viel Leben und wenig Melancholie in sich tragen. Aber alles hat im Leben seine Berechtigung. Ich bin jetzt berechtigt, morgen Abend ab acht einen Tisch in der Pesceria, einen guten Fischlokal um die Ecke einen Tisch im Garten zu belegen. Morgen ist mein Ehrentag (Geburtstag) und ich will meine Liebste ausführen. Der Kellner war echt nett. Ich hätte morgen richtig Lust auf etwas gegrillten Fisch. Besser gerillte Meresfrüchte. Pulpo, Calamari, Gambas … kurz grillen und dann nur Zitrone, Olivenöl und Petersilie … die Zeiten von geschmorten Ochsenbäckchen und Lammkeule kommen früher als uns lieb sein wird.  Und wenn ich mich an die Nachrichten von heute erinnere will ich eigentlich nur meine Zeit nutzen um zu leben, was es noch zu leben gibt. Jeder killt jeden überall auf der Welt. Und gerade hat die alte Wirtin mir die Oliven auf den Tisch gestellt. Die Steine der hafenmauer wärmen meine Füße. Ich schaue über den kleine Hafen aufs Meer und trinke meine  Ouzo. Gleich fährt der Porsche wieder durch die Einfahrt und Ann ist es vorbei mit er Ruhe. Es ist so warm, dass man ohne Decke schlafen kann. Meine Mutter erzählte vorhin, auf Mallorca, direkt am Meer wären die Nächte noch kühl. Die kühle Brise vom Mittelmeer fehlt halt in der Münchner City. Für die nächsten Tage ist keine Abkühlung angesagt. Ich fahre dann in die Berge an den Chiemsee. Der See ist groß genug um abends und nachts Kühlung zu bringen. Die Alpen sind auch nah genug um kalte Luft an den See zu tragen. Ich werde in  der Chiemgauer Ebene ein wenig Golf spielen. Da brennt die Sonne auf das Grün und es ist so richtig warm. Un die ich gerade so denke, wie ruhe es ist, kommt tatsächlich jetzt der Porsche … geiler Klang. Zeit, das Glas zu leeren und ins Bett zu gehen. Eine letzte Zigarette … im Steh’n …  Reinhard May …  und ich genieße noch einen Moment den herrlichen Duft des Basilikum neben mir …

was so los war und ist … #1

was war das ein bekackter Tag. heute morgen war noch alles gut.

ich wollte das große Angebot heute mittag raus haben … es ist anders gekommen. halb sieben war ich fertig. nix geschafft sonst.
und ich bin elendig genervt. auch jetzt noch.
war gerade bei meinem neuen Freund, dem Weinmann, schön 100 meter weiter. Netter Kerl. guter wein.
sitze jetzt auf meinem geliebten Balkon und höre Walzer-Musik, rauche eine gute Zigarre und trinke weiter Wein. Rechts neben mir duftet der Basilikum ganz herrlich. links steht die Minze und stinkt gegen den Basilikum an … der Riesling schafft es dagegen …
jetzt komme ich doch gleich wieder in Stimmung …
es ist sooo heiß hier. summer in the city. anders als in Rüttenscheid. hier ist zwar die Isar aber die Wälder fehlen. es wird nicht richtig kühl in der Nacht. mir macht ja die Wärme zu schaffen.
habe vorhin wieder so nett über einkaufen, kochen, und essen philosophiert. Menschen, die das können treffen sich immer wieder im Leben.
es ist jetzt so schön still hier geworden. gegenüber sind die Lampen aus. Die Kinder sind im Bett, die Nachbarn sitzen beim letzten Wein und lassen den Tag vorüber gehen. Links ist wieder die große Kirche mit dem beleuchteten Turm.
Dunkel ringsrum. Die Zigarre glimmt und der Monitor des macbook strahlt.
Jetzt gerade lauft die Titelmelodie des Paten im Kopfhören … Tarantella. Passt gut zur Atmosphäre. Hier in München ist schon schwer Süden. Man sagt nicht von ungefähr, München sie die nördlichste Stadt Italiens.
Eigentlich wollte ich über Calamari schreiben. Habe heute mehrmals an diese leckeren weißen Tubos gedacht, die ich am letzten Wochenende im Chiemgau in Seebruck am Chiemsee gegessen habe. Der Hafenwirt ist ein sehr nettes und modernes Restaurant. Klassisch bayrischer Service auf einer tollen Terrasse direkt am Hafen.  ich denke, der Koch kommt irgendwo vom Balkan. Er beherrscht die Mittelmeerküche, traut sich aber nicht wirklich authentisch zu kochen, weil die Chefin aus dem Allgäu kommt und Schlutzkrapfen verlangt. Alles in allem gute Küche.
Aber zurück zu den Calamari. Ich meine diese weißen Tüten. Die Südeuropäer sagen ja Tubos dazu. Gegrillt sind es Köstlichkeiten. Es braucht nicht viel. Die geputzten Tubos auf den Grill, ganz kurz bis sie Farbe angenommen haben. kurz ruhen lassen, etwas Zitronensaft, Olivenöl und Petersilie drüber und alles ist gut. Der mutige Koch grillt die kleinen kurzen Fangarme knusprig mit und legt sie dazu. Herrlich. Mir läuft das Wasser im Munde zusammen.
Ich träume von einem Urlaub in Griechenland. Eine kleine Insel mit einer kleinen Taverne am Hafen. Es ist heiß. Die Sonne ist schon seit Stunden unter gegangen. Die mächtigen Steine der Hafenmauer haben die Wärme aufgesaugt und verwöhnen mich. Ich sitze auf einem einfachen Stuhl am Tisch, die Beine auf dem Stuhl neben mir. Vor mir ein Ouzo mit Wasser. Es ist heiß. Ich habe keine Eile. Der Tag kann in Ruhe zuende gehen. Die wenigen Fischer sitzen am Kiesstrand und reparieren ihre Netze. Die billige Zigarre im Mundwinkel.
Die Köchin kommt und stellt wie nebenbei ein paar Oliven auf den Tisch neben mein Glas. Die Sonne versinkt am Horizont im Meer.
Der geile schwarze Porsche kommt nach hause und fährt mit einem Höllenlärm durch die Einfahrt in die Tiefgarage. Ich liebe den summer in the city.

Hauptsache es schmeckt: so war’s … und das ist passiert

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Ein harter und langer Tag im Büro und meine Frau hat mal gekocht und mich überrascht mit einem leckeren Grillspieß.
Schweinelende auf den Spieß gezogen und dann auf Gas gegrillt. Dazu einen mit Frischkäse gefüllten Riesenchampion. Was will man noch mehr.

Ein Spieß wurde mit Curry-Ketchup mariniert und mit Paprika und Zwiebeln gespickt.
Der andere Spieß ist mit Provence-Mix Kräuter-Paste von Lacroix mariniert und mit Frühlingszwiebeln und Champions gespickt. Auf jeder Seite für drei Minuten auf den sehr heißen Grill. Fertig.
Ich nehme dazu meine Lieblings Chili-Soße, die Grüne von Mexican Tears Brand .

 

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Das Wochenende ist ausgeklungen und wir haben den Nachmittag auf dem Balkon verbracht. Super warm und ohne Mücken. Zum Abend haben wir uns das schöne dry-aged Entrecote vom Wochenende zubereitet.
                                  

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Kleine Einweihungsparty heute Abend für die netten entfernten Verwandten in München. Ich will grillen.
Der Tag beginnt mit einem Besuch beim örtlichen FrischeParadies. Ich brauche etwas Fisch, spezielles Gemüse und Fleisch. Wein brauche ich auch noch, denn man bekommt hier in Bayern ja so schlecht vernünftigen Wein. Beim Wein werde ich sofort fündig. Ich nehme mir eine Flasche Grauburgunder vom Schneider aus Ellerstadt an der Pfalz und noch eine Sauvignon Blanc vom selben Lieblingswinzer. Für „mal was anderes“ packe ich noch einen Blanc de noir vom Weingut Metzger ein, der ist Mainstream und geht auch noch als dritte Pulle.

Bei Fleisch nehme ich ein Stück Schweinelende mit. Ich war ja beim Griechen die Woche und hatte eine Idee für einen Spieß. Sonst finde ich nichts an Fleisch. Das gute Lammfilet aus Irland gibt’s heute nicht. Ich nehme mir für’s Frühstück noch ein bisschen Pastrami und Salami mit. Und da ich gerade schonmal neben der Wursttheke stehe, bestelle ich mir einen Espresso. Meine Frau will noch Lachs fürs Rauchbrett und der sieht auch ziemlich gut aus.
Brot wir am Ausgang auch noch mitgenommen, ein Oliven- und ein Walnussbrot.

Es geht dann mal weiter zum lokalen Metzger. Der Metzger ist direkt um die Ecke auf der Müllerstraße und hat wirklich gute Qualitäten. Wursten tun die selber und das Fleisch ist von einem Hof aus der Gegend. Steht wenigstens so auf dem Schild an der Wand.
Die Schweinerippchen sehen fantastisch aus. Ich nehme zwei Seiten. Ein sehr beachtliches Entrecote geht ebenso in meinen Besitz über wie das große eingeschweißte Flanc Steak, was da so mitten in der Theke rumliegt. Da es eingeschweißt ist, muss es bis zum braten noch etwas warten. Das Entrecote wir morgen auf dem Grill als Bistecca zubereitet. Meiner Frau läuft bei diesem Gedanke schon das Wasser im Munde zusammen.

Soweit so gut, weiter zum Basic-Bio-Supermarkt mit der guten Fleischtheke. Dort hole ich immer mein Gehacktes, weil die das Fleisch immer frisch durch den Wolf jagen, wenn ich es brauche. Dort bekomme ich immer sehr leckere, frisch gemachte Salciccia-Würstchen mit Fenchel.

 

der Weinkeller – Maikammer Heiligen Berg 2012

Weinbesprechung Maikammer Heiligen Berg 2012

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Dieses Mal teste ich einen Sauvignon blanc Maikammer Heiligen Berg 2012 von Oliver Zeter aus Neustadt in der Pfalz.
Oliver Zeter gilt als Sauvignon blanc Spezialist und im Hauptberuf Weinhändler. Zeter keltert erst sein wenigen Jahren selber, hat aber bereits 2011 bei einer Blindverkostung des Feinschmecker den ersten Preis gewonnen: „Dieser mosaikartig aus verschiedenen Kelterungen gewonnene Wein zeigt einen komplexen aber doch ernsthaften Sortentyp, ist präzise und ausdrucksstark.“

Guter Stoff. Eindeutig typischer Sauvignon Blanc. Schmeckt deutlich nach Sommer.

Vollgelbe Farbe. Trockener Abgang wenn er kalt ist. Volle Säure im Gaumen und feinwürzig. Wenig Säure im Abgang aber lang anhaltend und ausdrucksstark. Wirkt sehr rund und voll, wenn er Temperatur bekommt.
Kräftige Hefenoten in der Nase und im Mund und sehr mineralisch auf der Zunge. Aromen von Stachelbeere und grünem Apfel, ganz leichte Pfirsichnoten.

Erzeuger: Oliver Zeter. Rebsorte: Sauvignon blanc. 3. Platz Sauvignon blanc Trophy 2013. 12,5 % vol. Alkohol.
6.000 Flaschen. Preis:  ca. 14 Euro. 

Bezug über:
Weingut Oliver Zeter
67434 Neustadt
Lauterstraße 9
Tel. (0 6321) 481522
hallo@oliver-zeter.de
www.oliver-zeter.de

 

Entenbrust – double roasted

 Entenbrust – double roastet oder die Marquard Methode

Entenbrust double roastedVor einiger Zeit habe ich mal einen Kochkurs im Bliss in Essen besucht. Thema Fleisch. Dabei habe ich viele verschiedene Möglichkeiten gelernt, wie man Fleisch zubereiten kann. Das war ziemlich pervers, was man kochtechnisch mit Fleisch alles machen kann. Wie unterschiedlich rohes Fleisch schmecken kann, wenn man es dünn aufschneidet, zu Tatar mit dem Messer sehr fein schneidet oder durch den Wolf dreht. Das Fleisch kam damals schon von Otto Gourmet, die hatten damals gerade begonnen, Fleisch in Spitzenqualität zu verkaufen.
Es tauschten lebenswichtige Fragen auf wie: „Sollte man Fleisch vor dem Braten salzen oder nicht. Wie heiß und mit welchem Fett soll es gebraten werden? Welche Pfanne? Oder sollte es vorher mariniert werden?“ Man kann Fleisch in der Pfanne braten im Backofen, man kann Pfanne und Backofen kombinieren. Alles das habe ich gelernt und einiges auch in meine Küche übernommen.
Aber eine der gelernten Methode Fleisch zu braten, habe nicht übernommen: die Methode Stefan Marquard. Marquard kennt man aus dem Fernsehen, Ziegenbart, schwarze Hornbrille und Piratenkopftuch. Er ist der Vater der Jungen Wilden, einer Köche-Gruppe um Kolja Kleeberg, Juan Amador oder auch Holger Stromberg aus den 90er Jahren.
Ich erinnere mich noch genau, wie Michael, der damalige Chef im Bliss und Verantwortliche im Kochkurs damals erklärt hat, was die Idee bei Marquard’s Methode ist und warum es funktioniert. Dabei wird das Fleisch quasi erst gegart und danach gebraten. Das Fleisch wird hierbei mit wenig Hitze im Ofen schonend gegart und danach in der Pfanne scharf angebraten.
Jetzt habe ich wieder davon gelesen und hab`s ausprobiert. Mit Entenbrust. Das ganze dauert ein wenig länger als gewohnt, schmeckt aber auch unvergleichlich. So geht’s.rezept-entenbrust-mariniert-und-geraeuchert-bild-nr-8 Die Entenbrust in der Haut rautenförmig einschneiden. Und zwar mit einem ganz, ganz scharfen Messer oder einem Skalpell und nur die Haut. Fleisch einschneiden ist hierbei unzulässig, es soll ja kein Fleischsaft austreten. Von beiden Seiten salzen, auch wenn die neue Küchentechnik das Gegenteil behauptet, unmittelbar vor dem Braten zieht das Salz keine Flüssigkeit aus dem Fleisch. Jetzt brauchen wir eine schwere kalte Eisenpfanne und legen die Brust mit der Hautseite nach unten in die kalte Pfanne. Kalt.
Jetzt kommt das Wichtigste: den Herd andrehen auf Stufe 4 von 9, auf keinen Fall heißer. Wir wollen die Haut der Entenbrust auslassen. Jetzt wird es was dauern, bis sich etwas tut. 5 Minuten, 6 Minuten, es wird noch nix passieren. Slowly. Ganz leicht fängt´s an zu brutzeln, ganz sachte. Eine Flasche Wein sollte beim Warten helfen. Das Fett soll aus den Haut in die Pfanne laufen, es soll aber nicht so heiß sein, daß das Fleisch darin gart.KK ZU PASTA D. MONATS 64-884 PARPADELLE MIT ENTENBRUST
Wenn es zu heiß wird, also wenn es laut wird und das Fett zu spritzen beginnt: Runterdrehen, Hitze weg.
Langsam weitergaren. Slowly. Cool bleiben. Wenn die Haut gut gebräunt ist, Fleisch umdrehen und langsam Farbe nehmen lassen. 1 Minute. Und immer bei wenig Hitze.

Jetzt kommt die Ruhephase. Im Backofen. Die Röhre auf 100 Grad aufheizen. Die Brust auf den Rost und das Weinglas nachfüllen. Es sind 25 Minuten Zeit. Die Brust muss im Ofen ruhen und langsam garen.

Und währenddessen wird die Beilage zubereitet. Wirsing. Blätter blanchieren, in Rauten schneiden und in Butter und Sahne erhitzen. Mit Meerrettich abschmecken und als spätere Unterlage auf dem Teller warmstellen.

Jetzt kommt der Clou bei der Marquard Methode: ein zweites Mal braten.
Wir nehmen die  nunmehr wieder entfettete und kalte Pfanne zur Hand und legen die Brust aus dem Ofen mit der Hautseite rein. Wieder nur ganz wenig Hitze. Wieder lauft Fett raus. Wenig Hitze. Und jetzt wird die Haut knusprig. Cool bleiben. Die Haut wird wirklich knusprig.
Jetzt umdrehen und Butter in die Pfanne geben. Und Gewürze dazugeben. Knoblauchzehe, Rosmarin, was einem so gefällt. Und weiter ziehen lassen bei ganz kleiner Hitze. Die Butter bleibt übrigens da, wo sie ist, in der Pfanne. Die knusprige Haut soll ja knusprig bleiben, also nicht die Brust mit Butter übergießen.

Wenn das Fleisch den richtigen Garpunkt* erreicht hat, raus aus der Pfanne und auf einem Teller abgedeckt fünf Minuten ruhen lassen. Und keine Angst, das Fleisch wird nicht kalt. Aufschneiden und auf dem Wirsingbett anrichten. Abschmecken nicht vergessen.

Das ist wirklich gut!
Entenbrust double roasted

 

 

 

 

 

 

In diesem Sinne. Mahlzeit.

* den richtigen Garpunkt prüft man mit der Handdruck-Methode oder man schneidet einen Ritz in die Brust und schaut rein.

Alle Fotos von Claus Schlemmer.

Orangincello

Orangincello oder wie man Orangenlikör selber macht

Orangincello Orangenlikör

Schon mal Linoncello getrunken? – Göttlich. Mein kleiner Bruder hat mir kürzlich noch eine Flasche geschenkt, weil er weiß, wie ich dieses Zeugs liebe.
In Italien werden dafür reife Zitronen mit Schnaps aufgesetzt . Das ist mal lecker. Ungefähr so, wie der aufgesetzte Schnaps von Omma. Da waren im billigen Korn halt Beeren aus dem Garten und viel Zucker drin. Sollte ja lecker sein und knallen.
Die kleine Schwester von Limoncello ist Orangincello, so nenne ich ihn, meinen super leckeren selbstgemachten Orangenlikör.

Zur Weihnachtszeit gibts also Orangenlikörchen, damit einem warm ums Herz wird und man zu lächeln beginnt, wenn der zweite süße Schnaps durch die Kehle rinnt.

Der Orangincello ist auch eigentlich ganz einfach zu machen. Wir benötigen drei Bio-Orangen. Diese sollten umgespritzt sein oder man wäscht sie halt sehr gut ab. Für die Süße sind ¼ l Zuckersirup angesagt. Hierfür einfach 125 gr Zucker mit 125 ml Wasser aufkochen und 10 Minuten kochen lassen, abkühlen. Als Gewürz wird ein wenig Sternanis und zwei Nelken benötigt. Und natürliche Alkohol. Ich verwende einen guten Brandy dafür. Es sollte kein billiger Fusel sein, man schmeckt den Alkohol später schon deutlich durch.

Zur Zubereitung benötigt man dann ein großes, fest verschließbares Glas. Die Orangen werden gut unter heißem Wasser abgespült und geviertelt. Die Viertel werden in dünne Scheiben geschnitten und ins Glas geschichtet. Gewürze dazu. Den abgekühlten Zuckersirup dazu und mit dem Alkohol übergießen. Deckel drauf und an was anderes denken.
Das ganze muss jetzt 3-4 Wochen an einem warmen Platz stehen und durchziehen. Es freut sich auch über gelegentliche Beachtung durch schütteln, damit sich die Aromen verteilen können.
Nach der unendlich langen Wartezeit wird der Likör dann erst durch ein Haarsieb und dann durch ein Teesieb gefiltert und in eine schöne Karaffe gefüllt. Wie lange sie dort verweilen darf liegt an euch.

In diesem Sinne.

Scharf schenken

Scharf schenken oder Feigensenf aus Trockenfeigen und Dijon Senf selbstgemacht

Anlässlich einer Einladung zum Dinner bringt man dem Gastgeber gerne eine Kleinigkeit mit.

Feigensenf - fertiges Glas_1 Ich nehme das immer wieder zum Anlass, kleine Köstlichkeiten selber herzustellen.

Feigensenf - Zutaten_1

 

Dieses Mal bereite ich Feigensenf aus Trockenfeigen zu. Man sollte hier auf gute Qualität der Feigen achten und besser einen Euro mehr ausgeben. Je weicher die Feigen sind desto weniger müssen diese nachher weichgekocht werden. Für eine vernünftige Säure im Senf sorgt der Safts einer Limette oder Zitrone. Limettensaft ziehe ich hier vor, da dieser eine mildere Wäre hat als der der Zitrone, aber das ist Geschmacksache. Als Gewürz für den Senf benötigen ich Senfkörner, den guten Dijon Senf von Maille und etwas Chili, Pfeffer sowie ein Prise Salz.

Die Senfkörner, etwa ein Teelöffel, kommen mit ein paar weißen Pfefferkörnern und der kleinen getrockneten Chilischote in den Mörser und werden fein gemahlen. Einen weiteren Esslöffel Senfkörner und zwei Esslöffel Senf stelle ich bereit.

Zur Zubereitung schneide ich die Feigen so fein wie möglich. Die Mühe in der Vorbereitung beschert mir eine viel feinere Qualität im Fertigprodukt. Der Feigensenf wird dadurch am Ende viel cremiger.
Ich koche die Feigen mit dem Limettensaft und etwa einem viertel Liter Wasser ungefähr eine viertel Stunde unter ständigem Rühren, bis das Wasser verkocht ist. Es soll eine glatte Masse entstehen. Dann gebe ich die gemahlenen Gewürze zu um alles eine weitere viertel Stunde köcheln zu lassen. Zwischendurch kommen umgemahlene Senfkörner hinein. Das knackt so herrlich beim kauen und gibt tolle Geschmacksexposionen im Mund.
Dann kommt die, dem Fruchtgewicht entsprechende Menge Gelierzucker hinzu und wird mit dem Dijon Senf abgeschmeckt.

Feigensenf - es kocht
Nach dem durchkochen kommt der fertige Feigensenf in Gläser. Und fertig.

Der selbst gemachte Feigensenf ist übrigens viel schärfer und körniger als der gekaufte. Man schmeckt alle Zutaten viel intensiver. Der Geschmack von getrockneten Feigen sticht lecker hervor, unterstützt von den ätherischen Ölen des Dijon Senf. Sogar Karamellnoten vom  Kochen der Feigen sind zu schmecken. Und ganz sauber schmeckt man den Senf. Nicht so paff und halbscharf und etwas süß wie die Billigprodukte aus dem Supermarkt. Ganz, ganz lecker, wirklich.

Der Beschenkte wird seinen Spaß haben und ich komme hoffentlich auch in den Genuss mit etwas Käse.

Feigensenf - fertiges Gläser_1

 

 

 

 

 

In diesem Sinne.