was so los war und ist … #1

was war das ein bekackter Tag. heute morgen war noch alles gut.

ich wollte das große Angebot heute mittag raus haben … es ist anders gekommen. halb sieben war ich fertig. nix geschafft sonst.
und ich bin elendig genervt. auch jetzt noch.
war gerade bei meinem neuen Freund, dem Weinmann, schön 100 meter weiter. Netter Kerl. guter wein.
sitze jetzt auf meinem geliebten Balkon und höre Walzer-Musik, rauche eine gute Zigarre und trinke weiter Wein. Rechts neben mir duftet der Basilikum ganz herrlich. links steht die Minze und stinkt gegen den Basilikum an … der Riesling schafft es dagegen …
jetzt komme ich doch gleich wieder in Stimmung …
es ist sooo heiß hier. summer in the city. anders als in Rüttenscheid. hier ist zwar die Isar aber die Wälder fehlen. es wird nicht richtig kühl in der Nacht. mir macht ja die Wärme zu schaffen.
habe vorhin wieder so nett über einkaufen, kochen, und essen philosophiert. Menschen, die das können treffen sich immer wieder im Leben.
es ist jetzt so schön still hier geworden. gegenüber sind die Lampen aus. Die Kinder sind im Bett, die Nachbarn sitzen beim letzten Wein und lassen den Tag vorüber gehen. Links ist wieder die große Kirche mit dem beleuchteten Turm.
Dunkel ringsrum. Die Zigarre glimmt und der Monitor des macbook strahlt.
Jetzt gerade lauft die Titelmelodie des Paten im Kopfhören … Tarantella. Passt gut zur Atmosphäre. Hier in München ist schon schwer Süden. Man sagt nicht von ungefähr, München sie die nördlichste Stadt Italiens.
Eigentlich wollte ich über Calamari schreiben. Habe heute mehrmals an diese leckeren weißen Tubos gedacht, die ich am letzten Wochenende im Chiemgau in Seebruck am Chiemsee gegessen habe. Der Hafenwirt ist ein sehr nettes und modernes Restaurant. Klassisch bayrischer Service auf einer tollen Terrasse direkt am Hafen.  ich denke, der Koch kommt irgendwo vom Balkan. Er beherrscht die Mittelmeerküche, traut sich aber nicht wirklich authentisch zu kochen, weil die Chefin aus dem Allgäu kommt und Schlutzkrapfen verlangt. Alles in allem gute Küche.
Aber zurück zu den Calamari. Ich meine diese weißen Tüten. Die Südeuropäer sagen ja Tubos dazu. Gegrillt sind es Köstlichkeiten. Es braucht nicht viel. Die geputzten Tubos auf den Grill, ganz kurz bis sie Farbe angenommen haben. kurz ruhen lassen, etwas Zitronensaft, Olivenöl und Petersilie drüber und alles ist gut. Der mutige Koch grillt die kleinen kurzen Fangarme knusprig mit und legt sie dazu. Herrlich. Mir läuft das Wasser im Munde zusammen.
Ich träume von einem Urlaub in Griechenland. Eine kleine Insel mit einer kleinen Taverne am Hafen. Es ist heiß. Die Sonne ist schon seit Stunden unter gegangen. Die mächtigen Steine der Hafenmauer haben die Wärme aufgesaugt und verwöhnen mich. Ich sitze auf einem einfachen Stuhl am Tisch, die Beine auf dem Stuhl neben mir. Vor mir ein Ouzo mit Wasser. Es ist heiß. Ich habe keine Eile. Der Tag kann in Ruhe zuende gehen. Die wenigen Fischer sitzen am Kiesstrand und reparieren ihre Netze. Die billige Zigarre im Mundwinkel.
Die Köchin kommt und stellt wie nebenbei ein paar Oliven auf den Tisch neben mein Glas. Die Sonne versinkt am Horizont im Meer.
Der geile schwarze Porsche kommt nach hause und fährt mit einem Höllenlärm durch die Einfahrt in die Tiefgarage. Ich liebe den summer in the city.

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