Schlechtes Licht

Ein schlechtes Licht – Rührei mit Trüffeln

In den meisten Fällen geht man mit einer gewissen Vorstellung davon, was Mann essen will, in ein Restaurant. So auch gestern. Es sollte das Lachstatar sein, das ich schon lange von der Karte im Tatort Essen probieren wollte. Lachstatar up and down, wie sie es nennen. Also nur ganz kurz auf beiden Seiten gegrillt, damit die Wärme in den Fisch ziehen kann und sich ein süßes Aroma entwickelt. Hörte sich gut an und ich wollte es unbedingt mal ausprobieren.

Ich sitze also so bei meinem ersten Gläschen Riesling, einem recht leckerer von Schloss Vollrats aus dem Rheingau, da kommt der Kellner und erzählt mir, was der Küchenchef heute so besonderes anzubieten hat. Es ist ja nicht so, dass die Karte nicht ausreichend Köstlichkeiten offerieren würde.  Wie auch immer, ich höre mir die Empfehlungen an: es gibt Trüffeln aus dem Piemont. Ich darf anfassen, sie sind noch ganz sandig, dann riechen … und staunen. Keine Spitzenknollen, aber gut genug. Und allemal besser als dieses importiere Chinazeug, das sich Sommertrüffeln nennt. Ich liebe Trüffeln, aber sie müssen gut sein. Und ich hasse dieses Trüffelöl, das nur penetrant an den Geruch erinnert, aber überhaupt nichts mit Trüffeln zu tun hat. Die Bezeichnung dieses Aromastoffes in Trüffelöl lautet übrigens Bismethylthiomethan und wird aus Flüssiggas hergestellt.

Also Trüffeln zum Hauptgang! Aber nicht mit irgendeinem Fischfilet und Zickzack von der Karte. Einfach muss es sein, damit der Trüffeln seinen Geschmack entfalten kann. Es gibt für mich genau zwei Zubereitungsarten für Trüffeln. Auf Nudeln, am besten frische Linguine in Buttersauce oder ein leckeres, lockeres und saftiges Rührei. Besser geht’s nicht.
Ich lasse also in der Küche nachfragen, wie es dem Küchenchef denn wohl genehm ist, mir die Trüffeln zu kredenzen. Da er in Frankreich gelernt und in Sterne-Küchen gearbeitet hat, kommen Nudeln für ihn nicht in Frage. Aber Eierspeisen scheinen zu gehen. Die Trüffeln kommen also heute für mich mit Rührei.

Rührei mit Trüffeln im Tatort Essen

Und es war durchaus lecker. Es war ein wenig Parmesan unter gemischt, das war geschmacklich höchst interessant, es hebt das Trüffelnaroma an und verstärkt es sogar noch. Aber es war längst nicht so gut wie die Trüffeln auf Butterlinguine, die ich bei Cornelia Poletto in ihrem Bistro in Hamburg Eppendorf serviert bekommen habe.

Das Essen sah so toll aus, dass ich es direkt fotografieren wollte, um meine Facebook Freund daran teilhaben zu lassen. Leider war das Licht so schwach in dem Restaurant, dass man auf dem Foto kaum etwas erkennen konnte.

Nachtrag: Der Chef des Restaurants war dann so aufmerksam und hat das Foto ausreichend beleuchtet erneut gepostet.

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